Chronik

Die Gründer des Corps sind auch auf dem Foto vom historischen Festzug zum 900-Jahr-Feier der Abtei Brauweiler im Jahre 1924 abgebildet:
Heinrich Albert, Christian Bressin, Cornelius Burtscheid, Johann Esser, Toni Kanis, Theo Moritz (Vorsitzender), Adolf Schmitz und Wilhelm Schröder.
1923 – 1939
Die Jahre nach dem ersten Weltkrieg waren in Deutschland eine Hochblüte der Tambourcorps. Allein innerhalb weniger Jahre wurden an die 20 Vereine im Gebiet des heutigen Erftkreises gegründet. Auch in Dansweiler wurde in ersten Anfängen die Trommel- und Flötenmusik gepflegt.
Zunächst soll es Heinrich Bendheuer gewesen sein, der die monatlich stattfindende Versammlung des Kriegervereins durch Trommelwirbel im Ort ankündigte. Die Trommler und Pfeifer hatten auch Vorläufer in der Feuerwehr und im Turnverein. Der Turnverein erhoffte sich bei seinen sonntäglichen Auftritten, besonders bei Turnfesten befreundeter Vereine, eine Aufwertung durch musikalische Begleitung. Beide Versuche waren jedoch nicht von Dauer, so dass sich 1923 Theo Moritz mit einigen seiner Freunde entschloss, einen eigenen Spielmannszug unter dem Namen „Tambourcorps Edelweiß Dansweiler“ zu gründen. In den 20er Jahren wurden viele Spielmannszüge gegründet, Gelegenheit, sich im Wettstreit zu messen und auch von Nachbarvereinen im öffentlichen Auftreten abzuheben. Die Uniform bestand aus weißem Hemd und weißer Hose. Auf Initiative von Theo Moritz wurde Wilhelm Kallrath mit einer Ausführung der Spielmannsmusik betraut und als Tambour ausgebildet.

Das Tambourcorps wirkte bei diesem weit über Brauweiler hinaus bekannt gewordenen Ereignis mit und erlebte in diesem Rahmen sein erstes öffentliches Auftreten. Im Jahre 1929 erwarb der Verein eine Marineuniform. Seit der Gründung des Corps bis zum Jahre 1939 stand der Verein unter dem Vorsitz von Theo Moritz, die Stabführung hatte Johann Bressin übernommen. Als Übungsraum diente der Werkraum der ehemaligen Schreinerei Christian Esser an der Friedenstaße. In der Zeit des Nationalsozialismus versuchte man, alle Vereine „gleichzuschalten“ und in das nationalsozialistische System einzugliedern. In der Hitler-Jugend wurden Fanfarenzüge gegründet, mit der Folge, dass auch der Nachwuchs für die Tambourcorps ausblieb. Trotz der Behinderungen wurde das gesellige Vereinsleben weitergepflegt, bis dann der Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 dem ein Ende setzte.

ab 1949
Die Wiederbelebung des Vereinslebens erfolgte im Jahre 1949. Die Schützengesellschaft aus Lövenich hatte ernste Sorgen mit der Bestellung eines Spielmannzuges zu ihrem Schützenfest. Mitglieder des Schützenvereins, ehemalige Dansweiler Bürger, entsannen sich des Tambourcorps ihres Heimatortes. Man sprach die alten Mitglieder des Corps an. Diese hatten einige Instrumente durch den Krieg gerettet. Sie erklärten sich bereit, der Bitte aus Lövenich nachzukommen. Erstmals nach dem Krieg spielte das Tambourcorps Edelweiß Dansweiler auf dem Schützenfest in Lövenich am ersten Juli-Sonntag mit einer Stärke von 1:6 Mann: mit Heinz Zilles als Tambourführer, mit den Tambouren Adolf Schmitz, Cornelius Schmitz und Heinrich Klefisch, mit den Flötisten Theo Moritz, Johann Esser und Heinrich Albert. Gelegenheit zu einem weiteren öffentlichen Auftritt bot das 70. Stiftungsfest des Gesangvereins MGV Eintracht Dansweiler. Die ersten Auftritte weckten das Interesse der Jugend. Ein Kreis junger Leute bildete sich und ließ sich ausbilden. Da der geeignete Proberaum fehlte, nahm man vorerst mit der Waschküche im Hause von Theo Moritz in der Zehnthofstraße vorlieb. Noch im gleichen Jahre konnte man beim gemeinsamen Martinszug der Orte Dansweiler und Brauweiler spielen, der von dem bekannten Kaplan Hans Erpenbach organisiert wurde. Kurz danach spielte das neugegründete Corps im Saal der Brauweiler Gaststätte „Zum Goldenen Anker“ für die Frohschar der katholischen Jugend, die der Pfarrer und spätere Dechant Paul Tücking gegründet hatte.
Am Ende des ersten Jahres bestand der Spielmannszug aus dem Tambourführer Walter Salewsky, den Tambouren Anton Engels, Engelbert Engels, Matthias Engels und Hans Zilles sowie aus den Flötisten Willi Jülich, Willi Moritz, Willi Lövenich, Reiner Allrath und Karl Heinz Vosen. Die Hauptversammlung des gleichen Jahres bestätigte Theo Moritz als Vorsitzenden. Reiner Allrath wurde als erster Kassierer, Karl Heinz Vosen Geschäftsführer. Haupttreffpunkt war das Haus der Familie Engels am Lindenplatz. Hier machte man auch aus Ziegenhäuten Trommelfelle, was der Vereinskasse zugute kam. Kurz nach der Währungsreform war das Geld überall knapp, auch das Taschengeld der jungen Mitglieder. Trotzdem zweigte man davon noch den Vereinsbetrag ab. Einen großen Kreis inaktiver Mitglieder, der die 10 Aktiven finanziell unterstützte, kannte man noch nicht. Instrumente waren teuer. Eine Freude war es daher stets, wenn man von irgendwoher eine ausgediente Trommel erwerben konnte. Aber gerade in dieser schweren Zeit des Neuanfangs hielten die jungen Mitglieder eng zusammen, pflegten die Geselligkeit und machten auch musikalische Fortschritte. Der 1. Mai 1950 brachte die Gelegenheit, das Tambourcorps einer größeren Öffentlichkeit als Spielmannszug vorzustellen. Gleich bei zwei Maizügen an diesem Tage, in den Orten Sinthern und Glessen, war der Spielmannszug zu sehen. Die einheitliche Vereinskleidung bestand jetzt aus dunkler Marine-Hose und weißem Hemd mit Krawatte, die von den Mitgliedern selbst angeschafft wurden. In dieser Zeit von Anfang 1950 bis 1961 hatte der Verein in der Gaststätte Lehmacher (Wolfhelmstraße) sein Vereinslokal, ab 1961 in der Gaststätte Ruland, Zehnthofstraße.

Am 15. April 1951 wurde das erste Tambourfest in Dansweiler veranstaltet. Vier befreundete Corps nahmen daran teil. Der Spielmannszug hatte bereits eine Stärke von 1:12. Nach dem Ausscheiden von Walter Salewsky übernahm die Stabführung Cornelius Schmitz. Durch das Bekanntwerden des Corps häuften sich die Spielaufträge. Ein besonderer Stolz für das Corps war seine erstmalige Mitwirkung 1952 im Kölner Rosenmontagszug.

ab 1953
Schon in erheblich größerem Rahmen wurde am 18./19.April 1953 das 30. Stiftungsfest gefeiert. Eröffnet wurden die Veranstaltungen durch den großen Zapfenstreich, aufgeführt vom eigenen Corps. Beim Festzug waren es neun auswärtige Corps und drei befreundete Schützenvereine. Die Straßen des Ortes waren geschmückt in den Farben des Vereins, mit Fähnchen, die in müheseliger Arbeit im Saal der Gaststätte Lehmacher hergestellt worden waren. Der Vorstand des Vereins bestand 1953 aus dem 1. Vorsitzenden Theo Moritz, dem 2. Vorsitzenden Christoph Meyer, dem Kassierer Reiner Allrath, dem Schriftführer Wilhelm Lövenich, dem Jugendwart Matthias Engels und dem Zeugwart Hans Zilles. Christoph Meyer wurde die Aufgabe als Tambourführer übertragen. Ein schwerer Schlag für das Corps war es, dass innerhalb eines halben Jahres drei Gründungsmitglieder starben, die am Wiedererstehen des Vereins großen Anteil hatten: Engelbert Engels, Adolf Schmitz und schließlich, im Januar 1955, Theo Moritz, der das Corps als Vorsitzender und als musikalischer Leiter geleitet hatte. Verschiedene Bürger erklärten, in dieser für den Verein schwierigen Lage, spontan ihren Beitritt, und bereits Ende Januar wurde Christoph Meyer zum neuen ersten Vorsitzenden gewählt. Die musikalische Leitung übernahm der Kapellmeister Paul Berk, der damals zu Festlichkeiten mit seiner Kapelle im Ort spielte. In dieser Zeit führte man eine Neuerung ein: das Corps wurde mit Fanfaren ausgebildet. Man schaffte sie später wieder ab, um sich ganz der Tambourmusik zu widmen.
Nach dem ersten Anfang im Jahre 1952 wirke das Tambourcorps Edelweiß ab 1955 beständig im Kölner Rosenmontagszug mit.

Durch den Beitritt inaktiver Mitglieder, die den Verein auch auf breiter Ebene finanziell unterstützten, gewann das Corps eine breitere Basis im Ort. 1956 wurde Christian Bressin zum Ehrenvorsitzenden ernannt und Willi Kallrath zum Ehrenmitglied. Anstelle von Christoph Meyer, der 1957 zurückgetreten war, wurde 1957 Hans Zilles zum 1. Vorsitzenden gewählt. Ende der 50er Jahre schaffte man für das Corps die erste komplette Vereinsuniform an. Auch ein Vereinsabzeichen mit dem Edelweiß-Symbol wurde nach einem Entwurf des Vorstandes angefertigt.

Der Verein hatte damals 10 inaktive und 8 aktive Mitglieder. Die 50er Jahre waren bescheiden. Nach Hans Zilles beschränkte sich der Kreis der aktiven Spieler 1959 auf 4 Tamboure und 4 Flöten: „Wir lernten die Instrumente beim Theo Moritz in der Waschküche, auf Zinkbütten anstelle der Trommeln. Theo Moritz brachte uns das Spielen bei, er spielte auf der Mundharmonika vor, und wir merkten uns die Griffe mit Zahlenkombinationen. Erst viel später, in den 70er Jahren, wurden diese Zahlensymbole, die von vielen Vereinen benutzt wurden, durch Noten abgelöst. Das war eine gewaltige Umstellung. Es gab auch einige, denen war die Umstellung zu radikal, sie taten sich schwer mit dem Erlernen der Notenschrift und hörten ganz mit dem Spielen auf“.

Mit dem Nachwuchs gab es in den 50er und 60er Jahren weit weniger Probleme als heute. Mit ein Grund für die Attraktivität des TC Edelweiß bei den Jugendlichen war die Tatsache, dass man am Wochenende weit herumkam. Hans Zilles: „An jedem Wochenende wurde gespielt, auf Schützenfesten, Hochzeiten und bei vielen anderen Gelegenheiten. In der Anfangszeit hatten viele keine Autos. Der TC-Edelweiß war eben kein Verein der gutbetuchten Leute. Oft genug organisierten wir einen LKW und fuhren auf der Ladefläche mit zugehängter Plane, weil das ja verboten war, ins übernächste Dorf. Die Jugendlichen bekamen vielleicht 2,– DM Sonntagsgeld, und davon gaben sie dann auch noch 50 Pfennig für den Verein. Damals hatte eben nicht jeder ein Auto oder ein Moped und es gab eben noch keine Discos in Köln, die lockten.“ Besondere Angebote für die Jugend wurden schon in den 60er Jahren gemacht: der Verein veranstaltete Fahrten und Lager.

ab 1963
Ende April 1963 feierte der Verein sein 40. Gründungsfest, unter der Schirmherrschaft von Landesverwaltungsrat Müller, dem Direktor der damaligen Arbeitsanstalt Brauweiler. Zum Abschluss des Festes wurde dem Schirmherrn Müller und dem Gemeindedirektor Willy Kreyer die Ehrenmitgliedschaft übertragen. In diese Zeit fiel auch die Anbahnung der Kontakte mit holländischen Vereinen, die mit ihren farbenfrohen Uniformen dem Festzug ein buntes Bild verliehen. Im Laufe der 60er Jahre machte der Spielmannszug einen weiteren Wandel durch. Durch den Zustrom von Jugendlichen gewann der Corps fast den Charakter eines Jugendtambourcorps. Walter Busch hatte die Stabführung übernommen. Immer wieder verstand man es, den Jugendlichen attraktive Angebote auch über die Spielmannsauftritte hinaus zu machen und sie für den Verein zu begeistern. Aus dem anfänglichen Tagesausflug mit den Jugendlichen hatte sich ein wöchentlicher Zeltaufenthalt entwickelt.
Stand der Mitglieder 1964: 19 Aktive, 57 Inaktive, 3 Ehrenmitglieder, insgesamt: 77. Höhe des monatlichen Beitrags: DM 0,80, erhöht am 30.10.1964 auf DM 1,–. Ein Jahr später – 1965 – betrug die Gesamtzahl bereits 84 Mitglieder, neu eingerichtet wurde eine Jugendgruppe für Jungen ab 8 Jahren. Nachfolger des Tambourmajors Kurt Pelzing, der sein Amt aus beruflichen Gründen niederlegte, wurde Josef Bendheuer.

Einen festen Platz im Ablauf des dörflichen Jahreskreises hatten auch die Martinszüge, die Nikolausfeiern mit den Schulkindern, an denen das TC Edelweiß regelmäßig mitwirkte und bis heute mitwirkt. Regelmäßig wurden über 100 Kinder mit Tüten beschert, mit den übriggebliebenen Tüten wurde alten Menschen eine Freude gemacht. Auch an Heiligabend ließ das TC weihnachtliche Weisen im Ort erklingen. Zu Weihnachten 1965 vermerkt die Chronik „Bei kaltem Nieselregen wurde gegen 22.30 Uhr gespielt“. Zum ersten Mal organisierte die Vereinsgemeinschaft 1966 in Dansweiler im Saal Ruland einen „Altentag“, an dem Schulkinder der St.-Wolfhelm-Schule in Dansweiler, Gemeindevertreter sowie die Vereine, hierunter das Tambourcorps unter der Leitung von Josef Bendheuer, 70 betagte Mitbürgerinnen und Mitbürger aus dem Ort mit Unterhaltung erfreuten.

Mitgliederstand 1966: 97, davon 28 Aktive.

Die Tambourfeste wurden weiterhin im Zweijahresrhythmus abgehalten. Mitte der 60er Jahre waren die Kontakte zu befreundeten Vereinen im In- und Ausland schon so gewachsen, dass regelmäßig mit einem beachtlichen Besuch von auswärts zu rechnen war. Gegenbesuche vertieften die Freundschaft. Peter Zander aus Köln-Stammheim hatte für zwei Jahre die Probearbeit übernommen. Er hatte an der musikalischen Weiterentwicklung des Corps beachtlichen Anteil.

Auf dem Tambourfest 1967 wurde das Mitglied des Vorstandes Hubert Bendheuer aufgrund seiner Verdienste für den Verein zum Ehrenmitglied ernannt. Im Oktober 1968 wurde die zweimal im Jahr stattfindende Delegiertenversammlung der Vorstände der Corps aus den Kreisen Köln/Bonn, Euskirchen-Bergheim und Rhein/Sieg im Saale Ruland abgehalten. 1966 wurde bereits die zweite Vereinsuniform erworben. Die Mützen wurden vorerst behalten, die Fliegen wurden durch hellblaue Krawatten ersetzt. Der Bestand gut erhaltener Uniformen aus der ersten Anfertigung wurde aus Sparsamkeit für die Jugend aufbewahrt. Eine Vorstandssitzung hatte sich nun mit der Frage nach einem geeigneten Raum für die geordnete Lagerung des gesamten Inventars zu beschäftigen. Die Gaststätte Ruland war das traditionelle Vereinslokal des Tambourcorps. Geprobt wurde hinten im Saal. Hinter der Bühne befanden sich in einem Gang Schränke, in denen der TC seine Instrumente und Noten aufbewahrte. Für die Einzelproben der Flöten und andere Gelegenheiten musste aber, darüber war sich der Vorstand klar, eine zusätzliche Räumlichkeit gefunden werden. Eine gute Idee kam zu Hilfe. Gegenüber der Raiffeisenbank in der Wolfhelmstraße befand sich ein altes „Spritzenhäuschen“. Die Gemeinde Brauweiler stellte es großzügig zur Verfügung. Der kleine Raum wurde kurzerhand in mühseliger Eigenarbeit hergerichtet und ausgebaut. Für die großzügige Unterstützung und Förderung dieser Arbeiten wurde Friedrich Roesch später die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Am 2. Dezember 1967 wird feierlich der „Einzug ins Spritzenhäuschen“ begangen. In dem Raum gab es Sitzgelegenheit für 20 Personen.

Gemeindedirektor Kreyer und Bürgermeister Spies kamen am 12. Dezember zu einem gemütlichen Umtrunk.

Der erstmals im Jahre 1968 auf 2 Jahre gewählte Vorstand bestand 1968-1970 aus folgenden Mitgliedern: 1. Vorsitzender: Hans Zilles; 2. Vorsitzender: Paul Moritz; 1. Kassierer: Reiner Allrath: 2. Kassierer: Heinrich Henn; Geschäftsführer: Anton Engels; Schriftführer: Wilfried Nelles. Als Beisitzer: Hubert Bendheuer, Dieter von Ancken; Mathias Moritz, Matthias Lugt. Die Aktiven wagten sich auch an schwierigere Musikstücke heran. Sie gewannen Kurt Inden, den Chorleiter des MGV „Eintracht“, der mit seinem Können alle Schwierigkeiten meistern half. Die Mitgliederzahl betrug 1969 115, davon 25 aktive Mitglieder, zzgl. 6 Jugendliche, die noch musikalisch ausgebildet wurden.

In der 1960 gegründeten Vereinsgemeinschaft Dansweiler spielten die Mitglieder des Tambourcorps, unter der damaligen Leitung von Hans Zilles, eine gewichtige Rolle. Die Vereinsgemeinschaft organisierte die festlichen Höhepunkte des Jahres im Dorf Dansweiler: den Karnevalszug – traditionell am Rosenmontag – und die Herbstkirmes am ersten Sonntag im Oktober. Hans Zilles: „Die Kirmes war eine richtige Buurekirmes, mit den Bräuchen, wie man sie noch im Vorgebirge und in der Eifel kennt: Mit dem Abholen des Zacheies, mit dem Hahneköppen und dem Verbrennen des Zacheies am letzten Tag“. Die Kirmes, eigentlich ja ein Kirchweihfest, war ursprünglich keine religiöse Angelegenheit. Sie wurzelte in zutiefst profanen Dorfbräuchen. Wichtigster Tag war immer der Montag, quasi ein Dorffeiertag, an dem sich alteingesessene Dansweiler Urlaub nahmen, um sich beim Frühschoppen zu treffen. Hans Zilles erinnert sich: „Als die Kirche in Dansweiler gebaut wurde, 1954, und wir in feierlicher Prozession die Reliquien aus Brauweiler geholt hatten, wir mit klingendem Spiel über die Wolfhelmstraße zogen, da ging nachher ein fröhliches Feiern los. Im Kappes soll sich so mancher seinen Rausch ausgeschlafen haben“.

Das Tambourcorps trat bei vielen Festen im Dorf auf: beim Maifest, bei kirchlichen Festen, beim Karneval und bei der Kirmes. Die Verhältnisse waren karger als heutzutage, Uniformen und Instrumente waren verhältnismäßig teuer. Hans Zilles erinnert sich, dass die Aktiven, um nicht die teuren Trommelbespannungen kaufen zu müssen, auch einmal die Trommelfelle selbst herstellten. „Zur Kirmes wurden einige Ziegen geschlachtet. Wir nahmen uns die Felle, hängten sie über die Büsche zum Trocknen, was natürlich einen ziemlichen Gestank verursachte. Die getrockneten Felle spannten wir auf die Trommeln. Aber wir hatten nicht mit dem Regen beim Festzug gerechnet. Unter dem Regen löste sich das Trommelfell allmählich auf, die Bespannung wurde schlapper und schlapper, und als wir ankamen, war es auch mit den Tönen am Ende.“

Ein wichtiges Ereignis für den Ort Dansweiler war die Einweihung des Mahnmals für die Gefallenen beider Weltkriege auf dem neugeschaffenen Dorfplatz gegenüber der Schule an der Zehnthofstraße. Die Errichtung war das Werk der Vereinsgemeinschaft Dansweiler, deren Vorsitzender Hans Zilles zu dieser Zeit war. Das Mahnmal wurde von der Vereinsgemeinschaft in umfangreicher Eigenarbeit der Vereinsangehörigen und mit Unterstützung der Gemeinde Brauweiler geschaffen. Vereine und Bürgerschaft brachten durch Spenden, Sammlungen und Veranstaltungen den Betrag von 10.000 DM auf. Nach fast zweijährigen Vorarbeiten, an denen seit den ersten Besprechungen alle Vereine beteiligt waren, dokumentierte die Einweihungsfeier am 4.7.1965 das Zusammenwirken aller Dansweiler Vereine im Interesse einer würdigen gemeinsamen Erinnerungsstätte und einer Verschönerung des Ortsbildes. Das enge Zusammenwirken der Dansweiler Vereine in der Vereinsgemeinschaft zeigte sich auch in den zahlreichen gemeinsam geplanten und durchgeführten Festen, wie Karneval, Maifest, Kirmes, Altenfeste und der Nikolausfeier für die Dansweiler Kinder.

Mit den Karnevalszügen begann es erst spät: 1966 als Kinderzug, und die Dorfzüge, die mit kritischem Humor auch die Kommunalpolitik glossierten, entstanden erst 1969. Hans Zilles erinnert sich: „Da wir mit dem TC ja traditionell beim Rosenmontagszug in Köln mitgingen, mussten wir uns beeilen, rechtzeitig in Dansweiler zu sein. Wir schafften es, auf der Ladefläche eines LKW. Und nach dem Dansweiler Zug ging es wie immer in die Gaststätte Ruland, unser Vereinslokal“. Das erste Dreigestirn stellte der TC Edelweiß 1973, in seinem 50. Gründungsjahr, mit Dieter von Ancken als Prinz.

Um die zahlreichen, im musikalischen Wettstreit errungenen Pokale angemessen zu präsentieren, bestellte der Vorstand bei Schreinermeister Jakob Schieffer aus Brauweiler einen beleuchteten Wandschrank, der im Vereinslokal Ruland-Bressin Aufstellung fand.

Das 50. Stiftungsfest 1973 nahte heran und der vorausschauende Vorstand verstand es, das Tambourfest 1971 bereits als eine Art Generalprobe für das große Fest in Szene zu setzen. Die Schirmherrschaft hatte Herr Roesch übernommen. Am Samstag ließ der kräftige Regen einige Veranstaltungen buchstäblich ins Wasser fallen. Der Rheinische Abend mit bekannten Künstlern wurde dagegen ein voller Erfolg. Dem Festzug am Sonntag gaben 32 teilnehmende Corps ein farbenprächtiges Bild.

Wiederum wurde eine neue Uniform angeschafft, die einfach, schlicht und modern war und sich, dem Zeitstil entsprechend, von den Fantasieuniformen etwas entfernte.

Die Dansweiler spielten auf Einladungen in den Dörfern rings um Köln, in Esch, Weiler, Auweiler, Bocklemünd, Lövenich, Müngersdorf, im Süden bis nach Hürth, Brühl, Rondorf, im Westen bis in den Dürener Raum. Besonders intensiv wurden die Kontakte mit holländischen Fanfarenkorps gepflegt. Mehrmals fuhren Aktive und Inaktive, zusammen über 40 Personen, nach Heerenveen/Holland. Zum 50. Stiftungsfest 1973 kam die stattliche Zahl von 50 Tambourvereinen nach Dansweiler, Zeichen für die enge Verbundenheit, die mittlerweile bei vielen Auftritten zwischen dem TC Edelweiß Dansweiler und anderen Corps aus der ganzen Umgebung gewachsen war. In Guidel spielte das TC Edelweiß beim offiziellen Empfang für die damalige Partnergemeinde Brauweiler/Dansweiler auf.

ab 1973
Mit den Vorbereitungen zum 50. Stiftungsfest wurde früh begonnen. In- und ausländische Corps mussten auf den Vereinsgeburtstag aufmerksam gemacht werden. Auch die eigenen Spielleute steigerten noch einmal ihren Ausbildungsstand und schafften es, aus der bisherigen B-Klasse bei Wettstreiten die A-Klasse und sogar in die Konzertklasse zu wechseln. Bei einem Wettstreit in Königswinter konnten die Spieler aus Dansweiler trotz stärkster Konkurrenz in der Konzertklasse die Meisterschaft mit nach Hause nehmen. Seine größte Stärke erreichte der Spielzug 1973, als er – so Hans Zilles – 42 Aktive zählte. Im Hinblick auf die 50-Jahresfeier wurde, mit Unterstützung des Grundschulrektors Koerdt, erstmals eine Vereinschronik aus den alten Unterlagen und aus den Schilderungen von Vereinsmitgliedern erstellt. Gläser mit dem Vereinsemblem, gepaart mit dem Wappen der Gemeinde Brauweiler, wurden angefertigt und zum Verkauf angeboten.
Die Werbung für das Stiftungsfest hatte den Erfolg, dass am Ostermontag des Jahres 1973 eine stattliche Zahl holländischer und belgischer Corps durch Dansweiler marschierten. Zum Festkommers wurde ein Feuerwerk abgebrannt, und stolz vermeldete die Vereinschronik: „Schier ohne Ende war die Zahl der Gratulanten, die uns zu unserem Jubelfest beglückwünschten.“

Am darauffolgenden Festsonntag erlebten die Dansweiler den Auftritt vieler befreundeter deutscher Spielzüge. Das Ereignis fand seinen ausgiebigen Niederschlag in der Presse, und auch das Regionalfernsehen berichtete.

Zur Freude des gesamten Vereins wurde am 9. September 1973 die Standarte des Tambourcorps durch Pfarrer Hoppe, der auch Mitglied war, in einer feierlichen Messe geweiht.

Zum Abschluss des Jubiläumsjahres stellte das Tambourcorps als Mitglied der Vereinsgemeinschaft das Dreigestirn zu Karneval. Dieter von Ancken, Gerd Siefen und Josef Roß stellten im Namen des Tambourcorps das närrische Trifolium – zum ersten Mal für den Ort Dansweiler überhaupt.

Vor einem großen Publikum konnten sich die Spieler präsentieren, als sie bei einem Europa-Cup-Fußballspiel des 1. FC Köln im Stadion (alte Radrennbahn) auftraten. Auch zur Abschlussfeier vor dem Abriss des alten Müngersdorfer Stadions, die von einigen Sportjournalisten veranstaltet wurde, trat der Spielmannszug des TC in Erscheinung. Das Fernsehen berichtete in Großaufnahme und trug dadurch auch zum wachsenden Bekanntheitsgrad des Tambourcorps bei.

Das Jahr nach dem großen Stiftungsfest brachte auch eine ganze Reihe von Gegenbesuchen bei den befreundeten Spielmannszügen, die mit großer Freude, aber auch großen Kosten verbunden waren. Ein Gegenbesuch führte die Dansweiler nach Rotterdam, wo die Gastgeber ihnen Gelegenheit zum Besuch des Welthafens boten.

Als Vertreter der Gemeinde Brauweiler führte das TC Edelweiß eine Fahrt zur Partnerstadt Guidel in der Bretagne durch. Das Platzkonzert auf dem Marktplatz und die persönliche Einladung des Bürgermeisters ins Rathaus sind noch in lebhafter Erinnerung. Bei einem Freundschafts-Fußballspiel gegen die Bretonen gingen die Dansweiler zwar mit 9:3 Toren unter, doch der anschließende gemeinsame Genuss des Rosé-Weins ließ die sportliche Niederlage leicht verschmerzen. Ein weiteres besonderes Ereignis, das es zu feiern galt, war die Anschaffung eines Schellenbaums.

Doch eine der größten Anstrengungen stand dem Tambourcorps Edelweiß noch bevor: der Bau des Clubheims an der Helenenstraße (heute Vochemsgasse). Durch einen glücklichen Zufall hörte man, dass in Bergisch-Gladbach die Bürobaracke einer Baufirma zum Abriss stand, und fuhr kurzentschlossen hin. In einer großen Gemeinschaftsleistung wurde das Holzhaus abgebaut und mit Hilfe von Herrn Landwirt Schlich nach Dansweiler gefahren. Bei stürmischem Regenwetter rutschte der Anhänger in eine Böschung. Der Wagen wurde mit verbogenen Achsen und Scheren nicht wenig demoliert, aber das Haus blieb ganz. Der damalige Brauweiler Bürgermeister Spalthoff und Gemeindedirektor Kreyer gaben – mündlich – ihr Placet, das Clubheim auf dem Gemeindeland zu errichten. Damals gab es noch keine Bebauung in der Umgebung, nur Gärten, Getreide und Rübenfelder. Mit vielen Helfern baute der Verein sein Clubheim auf, gestaltete es im Innern immer weiter aus und übernahm auch die Aufgabe, die grüne Umgebung zu pflegen. Der gepflegte Rasen hinter dem Clubheim war seitdem Schauplatz vieler Sommerfeste. Am Sonntag, dem 10. November 1974, wurde der Bau im Rahmen eines „Tages der offenen Tür“ der Öffentlichkeit vorgestellt.

1974 gab sich der Verein eine gerichtlich anerkannte Satzung und wurde ins Vereinsregister eingetragen. Die Anerkennung als nach dem Steuerrecht gemeinnütziger Verein folgte auf dem Fuße. Diese sichere rechtliche Fundierung war auch durch das Verfahren der kommunalen Neugliederung notwendig geworden. Die Stadtwerdung Pulheims und die Zentralisierung der Verwaltung brachte aber auch, wie die Vereinschronik vermerkt, ungewohnte Beschwerlichkeiten mit sich: „Alles, was mit einem persönlichen Wort der zuständigen Ämter bisher geregelt wurde, bedurfte nun eines schriftlichen Antrages“. Auch der Ausbau des Clubheims, die Investitionen zum Einbau einer Heizung, die Anlage und Pflege des Gartens erforderten Umsicht und stets den ganzen Einsatz des Vorstandes. Ein weiterer Schritt zur gemütlichen Gestaltung des Innenraums war die Verkleidung mit Holzdecke und Paneelen zu einem Haus im Schwarzwaldstil. Die angrenzenden Grundstücke wurden dem Verein leihweise überlassen, so dass die Möglichkeit, eine parkähnliche Anlage zu gestalten, genutzt werden konnte. Seitdem bildet das „Clubheim“ das Zentrum des Vereinslebens, mit den regelmäßig stattfindenden Proben, Versammlungen und geselligen Veranstaltungen. Auch der Dienstagabend ist als Clubabend für die Mitglieder und Dansweiler Freunde längst zur festen Einrichtung geworden.

Im Jahr 1975 ergab sich für das Tambourcorps die Möglichkeit, die neue Stadt Pulheim bei der Fernsehsendung „Spiel ohne Grenzen“ zu vertreten. In diesem Jahr wurde auch ein Zusammenschluss der zahlreichen Kreisvereine im Spielmanns- und Fanfarenwesen beschlossen. Innerhalb dieses Verbandes hatte das TC Edelweiß über Jahre hinweg den Vorsitz inne und stellte den 1. Kassierer und den Jugendwart.

Das Tambourfest 1975 fand vom 25.-27. April statt und ergab mit 42 teilnehmenden Vereinen einen hervorragenden Besuch. Im August fuhr die Jugend für 14 Tage ins Zeltlager nach Ahrbrück. Im Herbst spielten die Aktiven auf dem Hof Henken zur Geburtstagsparty des Fernsehjournalisten Castorff auf. Französische Gäste kamen zu Besuch und wurden bei Familien untergebracht. Zu gemeinsamen Veranstaltungen traf man sich im Clubheim und im nahegelegenen Ville-Wald. Die siebziger Jahre brachten eine weitere Neuerung. Um den Klangkörper des Corps zu stärken, entschloss man sich, wie viele Nachbarvereine, auch Mädchen mitwirken zu lassen, damals – so die Chronik – „ein mutiger Schritt.“

Vor der Jahreshauptversammlung am 22.10.1976 legte Reiner Allrath nach fast 30jähriger verdienstvoller Arbeit für den Verein sein Amt als Kassierer nieder. Die Vorstandswahlen brachten folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender: Hans Zilles; 2. Vorsitzender: Paul Moritz; 1. Kassierer: Dieter von Ancken; 2. Kassierer: Bernd Engels/Heinrich Henn; Schriftführer: Wilfried Nelles; Geschäftsführer: Anton Engels; Beisitzer: Josef Roß, Mathias Moritz, Hans Hoffzimmer, Josef Fetten, Josef Vosen; Kassenprüfer: Leo Wehmeier und Otto Fischer.

1977 stellte das TC Edelweiß wiederum das Dreigestirn für den Ort Dansweiler. Unter dem Motto: „Jedem Deerche sing Pläsierche“ regierten Hans Zilles als Prinz, Christian Liebertz als Bauer und Anton Engels als Jungfrau. Als feste Einrichtung wurde die jährliche Karnevalssitzung der Vereinsgemeinschaft mit bekannten Kräften des rheinischen Karnevals geschätzt, an deren Organisation und Durchführung auch das Tambourcorps beteiligt war. Schon längst gehörte es zum Brauch des Vereins, eine eigene Karnevalssitzung mit eigenen Kräften im Clubheim abzuhalten, deren volkstümliche Originalität und Stimmung sprichwörtlich ist. Mit dem „Fanfarenzug Vorwärts“ in Pforzheim wurde eine Partnerschaft begründet, die in regelmäßigen Besuchen und Gegenbesuchen vertieft wurde.

Das Vereinsleben wurde bereichert durch vereinsinterne Wettspiele. Unter den geselligen Veranstaltungen seien genannt: eine Busfahrt zu den Karl-May-Festspielen im Elspe, die Nikolausfeier mit einem „Kölschen Nikolaus“, die Teilnahme am Herbstjugendtreff des Kreises in Blankenheim. Der Jugend wurde ein Urlaub auf einem Bauernhof im Bergischen Land geboten. Der Ausflug der Vereinsmitglieder führte zwei Tage nach Bernkastel-Kues an der Mosel. Wiederum wurde 1978 ein erfolgreicher Tambourwettstreit veranstaltet. Erstmals produzierte der Spielmannszug auch eine Schallplatte, die mit viel Mühe und Geduld in der Brauweiler Turnhalle aufgenommen wurde.

Wie stark das Tambourcorps in die Dansweiler Vereinsgemeinschaft eingebunden war, zeigte sich auch daran, dass das TC mit drei aktiven Spielern im Jahre 1979/80 zum dritten Male das Dreigestirn stellte: mit Günter Polednik als Prinz, Heinrich Leschitzki als Bauer und Ludwig Zöller als Jungfrau. Als Mitglied der damaligen im Ort tätigen Vereinsgemeinschaft trug das Tambourcorps zum Gelingen von mehr als 20 Karnevalssitzungen bei. Bis zum heutigen Tag bereicherte das Tambourcorps den Karnevalszug nicht nur mit seiner Musik, sondern belebt das Bild auch mit seiner kostümierten Fußgruppe, der Gruppe „Alpenveilchen“ aus den Frauen der Vereinsmitglieder. Die lange Jahre bewährte Vereinsgemeinschaft löste sich schließlich im Jahre 1980 auf und wurde später als „Dorfgemeinschaft“ unter neuer Form wieder gegründet.

Durch den Umbau des Saales Ruland-Bressin bedingt, musste das TC seine Proben voll in das Clubheim und in Räumlichkeiten der Schule verlagern, die ihr damaliger Rektor Koerdt zur Verfügung stellte.

Im Jahre 1980 wurde wieder ein Tambourfest als Freundschaftstreffen veranstaltet. Weiterer Höhepunkt war ein Besuch der Freunde in Pforzheim mit gemeinsamer Unterkunft in einer Jugendherberge. Die Aktiven nahmen die Gelegenheit wahr, beim Wertungsspiel des Landesverbandes Baden-Württemberg in Eßlingen zu spielen. Gegen eine starke Konkurrenz erreichten die Dansweiler in der Gästeklasse den ersten Platz.

Besonders schmerzhaft wurde in diesen Jahren der Tod einiger Kameraden empfunden, darunter das langjährige Ehrenmitglied Hubert Bendheuer. Der Vorstand der Jahre 1980-83 bestand aus: Hans Zilles, 1. Vorsitzender, Paul Moritz, 2. Vorsitzender, 1. Kassierer: Dieter von Ancken, 2. Kassierer: Bernd Engels, Christian Liebertz, Geschäftsführer: Anton Engels, Schriftführer: Wilfried Nelles, Beisitzer: Josef Roß, Hans-Dieter Müller, Mathias Moritz, Josef Vosen; Kassenprüfer: Jobst Buba, Josef Allrath, Otto Fischer.

ab 1983
Der im Jahre 1980 gewählte Vorstand wurde ausnahmsweise mit einer dreijährigen Amtszeit betraut, damit er das 60jährige Stiftungsfest 1983 vorbereiten konnte. Kein Geringerer als der damalige Landesvater Nordrhein-Westfalens, Ministerpräsident Johannes Rau, übernahm die Schirmherrschaft über das Stiftungsfest. Die Feierlichkeiten zum Festkommers wurden begleitet vom Orchester der Rheinischen Braunkohlenwerke und dem hiesigen MGV Eintracht Dansweiler. Ein Höhepunkt war der „Bayerische Abend“. An den folgenden Festtagen gaben 61 Spielmanns- und Fanfarenzüge dem TC Edelweiß Dansweiler die Ehre der Teilnahme. Ein besonderes Ereignis war es, dass eine beachtliche Zahl ehemaliger Spieler wieder für die Spielmannsmusik gewonnen werden konnte. Diese Gruppe trat während des Festkommers zur freudigen Überraschung vieler Gäste auf. Auch in den Jahren 1984-1987 trat das Tambourcorps in Dansweiler mit zahlreichen Auftritten bei musikalischen Veranstaltungen in Erscheinung. Große Sommerfeste im Clubheim und auf seinem Außengelände sind in lebhafter Erinnerung.
Ein besonders trauriges Ereignis überschattete das Jahr 1985: Tod und Begräbnis des langjährigen Vorstandsmitgliedes Anton Engels. Ein fester Brauch wird in den Herbstwochen gepflegt: den verstorbenen Mitgliedern wird an einem Sonntag nach dem Kirchgang ein ehrenvolles Gedenken durch einen Besuch auf dem Friedhof gewidmet.

Aus Anlass des Sommerfestes 1986 wurde der Grundschule für ihr Biotop ein Baum gestiftet, der eine Lebensdauer von 300 – 400 Jahren haben soll und sich bereits in den vergangenen Jahren prächtig entwickelt hat.

ab 1988
Bei einem Brand wurden Teile des Clubheims stark beschädigt, so dass ein Wiederaufbau notwendig wurde. Bei dieser Gelegenheit wurde das gemütliche Clubheim gleich um eine neue Theke und um einen Küchenanbau erweitert. Die Neueröffnung am 10. Januar 1988 wurde gebührend gefeiert. Auch die traditionelle Karnevalssitzung konnte schon in den erweiterten Räumlichkeiten stattfinden. Trotz des erweiterten Platzangebotes war sie wie jedes Jahr ausverkauft.
Wie alle Vereine, so hatte auch das Tambourcorps in diesen Jahren zunehmend über das Ausbleiben des Vereinsnachwuchses zu klagen. Bei vielen Kindern und Jugendlichen schien die Bereitschaft zu schwinden, Monate und gar Jahre ein Instrument zu lernen und dann einen Teil der Freizeit der Spielmannsmusik zu widmen. Um einen größeren Kreis von Jugendlichen anzusprechen, begann das Tambourcorps mit besonderen Veranstaltungen für Jugendliche aus Dansweiler. Erstmals wurde, schon im Rahmen des 65jährigen Stiftungsfestes, eine mobile Disco ins Clubheim geholt, eine Premiere für die Dansweiler Jugendlichen. Das Tambourfest führte in Dansweiler 24 Vereine zu Freundschaftstreffen und Wettspiel zusammen. Auch die Freunde vom Fanfarencorps Pforzheim waren mit von der Partie. Auf dem gut besuchten „Tanz in den Mai“, der die Festfolge zum 65jährigen abschloss, sorgte Ehrenmitglied Friedrich Roesch für den Auftritt des Eilemanns-Trios.

Auch im Jahre 1988 nahm das Tambourcorps wieder aktiv am Lindenplatzfest teil und besetzte den Grillstand, wiederum fand das Sommerfest „Rund ums Clubheim“ statt und wieder fuhren die Aktiven auf ihre Jahrestour, diesmal nach Kelberg in der Eifel. Als besonders bemerkenswert hielt der Vorstandsbericht fest, dass es gelungen war, das „Corps der Ehemaligen“ zu einer festen Einrichtung werden zu lassen. 15 ehemalige Spielleute bildeten diesen Veteranen-Spielzug, der bereits mehrere Auftritte im Jahre 1988 absolvieren konnte. Auch wurde für die Ehemaligen in diesem Jahre ein Satz Uniformjacken mit Vereinsemblem hergestellt.

Das Jahr 1988 brachte eine Änderung in dem lange Jahre gleich gebliebenen Vorstand. Anstelle von Wilfried Nelles, der sein Amt aus beruflichen Gründen niederlegen musste, übernahm Ilona Bierbaum kommissarisch die Aufgabe der Schriftführerin. Auf der Clubheimsitzung, dem TC-Sommerfest und dem Lindenplatzfest zeigte sich das Tambourcorps auch in diesem Jahr wieder von seiner geselligen Seite. Die Spieler verbrachten drei erlebnisreiche Tage auf einer Fahrt nach Holland, die Vereinsfahrt ging am 2. September nach Amsterdam, mit der stattlichen Zahl von 40 Teilnehmern. Die Ehemaligen unternahmen eine Rundfahrt durch den Westerwald.

Auf der Jahreshauptversammlung am 31.10.1989 legte Hans Zilles, wie im Vorjahr angekündigt, sein Amt des 1. Vorsitzenden nach 32 erfolgreichen aktiven Jahren in die Hände eines jüngeren Nachfolgers. Josef Bendheuer wurde zum neuen Vorsitzenden gewählt, Paul Moritz zum 2. Vorsitzenden, Dieter von Ancken zum Schatzmeister, Ilona Knüppel wurde Geschäftsführerin, zu Beisitzern wurden gewählt: Wilfried Nelles, Josef Roß, Hans-Dieter Müller, Achim Engels, Frank Woelm, zu Kassierern Bernd Engels, Walter Moritz und Christian Liebertz.

Das folgende Jahr 1990 stand wiederum im Zeichen zahlreicher Aktivitäten. Die Aktiven spielten auf 8 Schützenfesten, einem Bezirksschützenfest, 3 Kirmessen, 4 Karnevalsumzügen und unternahmen 5 Gegenbesuche bei befreundeten Spielmannszügen.

Der Herbst brachte eine weitere Neuerung. Mit einem langfristig angelegten Konzept wurde der Versuch begonnen, den Dansweiler Kindern und Jugendlichen ein interessantes Freizeitangebot zu machen, in der Hoffnung, einige von ihnen auch für die Spielmannsmusik zu begeistern. Der Name für das neue Unternehmen lautete: Jugendclub „TC Plus“. Vor Jahren schon hatte Jobst Buba dieses Konzept angeregt. Im Nu bildete sich ein Kreis engagierter Mitglieder, die für Jugendliche verschiedenste Gruppenaktivitäten angeboten: Modellbau, Computer, Fotografieren, das Erstellen einer Zeitung (Die „Dansweiler Dorfpost“), Fahrradwerkstatt und natürlich musikalische Angebote, wie Keyboard, Gitarre, Trommeln und Flöten. Das im Herbst 1990 angelaufene Jugendprogramm erwies sich schon bald als ein großer Erfolg: über 80 Jugendliche kamen zu den Gruppenterminen im Clubheim und lernten so das Tambourcorps kennen. Außerdem wurde so ein Beitrag geleistet, das schwache Freizeitangebot für Jugendliche in Dansweiler zu verbessern. Auf einem „Tag der offenen Tür“ im Jahre 1991 stellten die Gruppen des Jugendclubs ihre Ergebnisse vor. Die Keyboardgruppe, die Trommler und die Gitarrenspieler erfreuten ein erstauntes Publikum mit ihrem schnell erlernten, musikalischen Können. Auch wenn das Interesse der Jugendlichen nach zwei Jahren etwas nachgelassen hat, wird doch an der grundsätzlichen Absicht festgehalten, die begonnene Initiative fortzusetzen und auf diese Weise den Dansweiler Jugendlichen und dem Verein neue Möglichkeiten zu eröffnen.

Im gleichen Jahr wurde im Rahmen der „Dienstagstreffs“ im Clubheim eine Gesprächsreihe eröffnet, in der Politiker und andere bekannte Persönlichkeiten zu Diskussionen zur Verfügung stehen sollten. Den Anfang machte Bürgermeister Hartmut Menssen mit einem informativen Vortrag, an den sich eine angeregte Diskussion anschloss. Dieser Abend machte auch allen anwesenden Mitgliedern die Notwendigkeit deutlich, im Rahmen des neuen Bebauungsplanes 50.3 Dansweiler die Existenz des Clubheims abzusichern.

Bürgermeister Hartmut Menssen und alle im Rat vertretenen Parteien setzen sich in den folgenden Monaten für die Festschreibung des Clubheimes im Bebauungsplan ein. Weitere prominente Gäste der Diskussionsreihe am Dienstagabend: Jürgen Schaufuß, SPD-Landtagsabgeordneter, Bernhard Worms, CDU-Bundestagsabgeordneter, Rainer Hinz, SPD-Fraktionsvorsitzender in Pulheim, Klaus Lennartz (SPD), Landrat des Erftkreises und Bundestagsabgeordneter.

Auf einem bunten Abend in der Gaststätte Ruland-Bressin wurden langjährige Mitglieder geehrt. Ehrenvorsitzender Willi Kreyer überreichte den Jubilaren die Urkunde und die Ehrennadel.

Im Oktober 1990 nahmen die Spielgruppen im Clubheim ihre Tätigkeit auf. Mehrere Gruppen für Kinder im Vor-Kindergartenalter treffen sich seitdem vormittags im Clubheim, auf Initiative des TC-Mitgliedes Edith Kesberg, unter Anleitung von ausgebildeten Erzieherinnen. Damit öffnet sich das Clubheim für eine Vielzahl von Dansweiler Kindern und Eltern. Das Tambourcorps leistet, indem es die Räume gegen einen Betriebskostenzuschuss zur Verfügung stellt, einen wichtigen Beitrag für die Kleinsten im Ort und ihre Eltern. Von der Bevölkerung wird das Angebot dankbar und mit großer Anerkennung angenommen.

Im Jahre 1991 erfolgte ein weiterer wichtiger Schritt für den Verein. Die Mitgliederversammlung fasste den Beschluss, einen Bauantrag zur Erweiterung des Clubheims zu stellen. Durch den Umbau und die Erweiterung sollten die verschiedenen räumlichen Anforderungen befriedigt und alte provisorische Lösungen verbessert werden. Detaillierte Baupläne wurden entwickelt, viele Mitglieder boten sich schon als Helfer an, doch aufgrund komplizierter Erschließungsfragen und der an der Helenenstraße entstehenden Bebauung musste die Realisierung der Pläne unerwartet hinausgeschoben werden.

Der im Jahr 1991 ausbrechende Golfkrieg führte auch in Dansweiler, wie an vielen anderen Orten, zu einem Ausfall der Karnevalszüge. Die meisten Karnevalsbegeisterten hatten angesichts der kritischen Lage Verständnis dafür. Doch für das Tambourcorps stellte der Ausfall der Züge einen schweren Einnahmeverlust dar. Dennoch kamen im Laufe des Jahres 1991 zahlreiche Auftritte bei Festen zusammen: 12 Schützenfeste, 1 Kreismusikfest, 2 Kirmessen, 2 Ständchen, 1 Erntedankfest. Drei Gegenbesuche bei befreundeten Vereinen wurden unternommen.

Die Spielgruppen und der Jugendclub – Koordinator des Jugendclubs war Walter Lugt – veranstalteten ein eigenes, gut besuchtes Sommerfest. Wie immer war der TC auch auf dem Lindenplatzfest voll im Einsatz und beim Sommerfest traf sich halb Dansweiler auf der Wiese am Clubheim.

Im Oktober hielt Oberförster Peter Wolter im Clubheim einen beeindruckenden Dia-Vortrag über den Königsdorfer-Dansweiler Wald im Spiegel des Jahres. Erstmals veranstaltete der Jugendclub für alle Mitglieder und ihre Gäste einen Radwandertag durch den Ville-Wald. Bei gutem Wetter schlossen sich viele Familien mit ihren Kindern der Tour an. Der Spaß war so groß, dass eine Wiederholung versprochen wurde.

Am 17. November 1991 beschloss die Spielerversammlung, dass künftig Aktive und Veteranen gemeinsam auftreten. Damit umfasst der Spielmannszug in voller Besetzung wieder 34 Spielerinnen und Spieler.

Das Jahr 1992 stand schon ganz im Zeichen der Vorbereitungen für das 70ste Stiftungsfest.

ab 1993
Im Jahr 1993 nahm das Tambourcorps letztmalig am Kölner Rosenmontagszug teil. Da die geforderte Gruppenstärke größer wurde, der Verein andererseits aber Probleme hatte, überhaupt die verlangte Anzahl Musiker zusammen zu bekommen, entschloss man sich zu diesem Schritt. Als Ersatz spielte das Corps von 1994-1997 an Rosenmontag den Karnevalszug in Stommelerbusch, der allerdings in diesem Jahr nicht mehr veranstaltet wurde.
Das Tambourfest zum 70jährigen Bestehen fand vom 30. April bis 2. Mai statt. Begonnen wurde das Fest mit einem Senioren-Nachmittag und dem „Tanz in den Mai“ am Abend. Höhepunkt dieser Veranstaltung war eine Travestie-Show. Nach dem Kirchgang und der Kranzniederlegung ging es zum Frühschoppen in die Mehrzweckhalle, wo auch die Jubilare geehrt wurden. Herausragendes Ereignis dieser Ehrung war die Ernennung des langjährigen Vorsitzenden Hans Zilles zum Ehrenvorsitzenden.

Auf dem Schulhof veranstaltete der Jugendclub einen Jugendnachmittag, wo Kinder und Jugendliche an einem Spielmobil ausgiebig herumtoben konnten. Für Begleitpersonen war derweil in der Pausenhalle eine Cafeteria eingerichtet worden.

Zum Abschluss des Jugendtages veranstaltete der Verein am Abend in der Halle ein ausverkauftes Rockkonzert mit den Bands „Upstairs“, „Roadhouse“ und „Moin Jungs“. Für das nicht mehr ganz so junge Publikum wurde im Clubheim ein gemütlicher Abend mit Tanz organisiert.

Am nächsten Tag trafen sich befreundete Vereine zu einem Festzug durch den Ort und anschließendem Freundschaftsspiel in der Mehrzweckhalle.

Aufgrund des immer kleiner werdenden aktiven Corps war der Verein nun gezwungen, die Zahl der Auftritte drastisch zu reduzieren, um wenigstens die verbliebenen Spielleute noch bei der Stange zu halten. So beschloss die Spielerversammlung, nur noch bei den Schützenfesten in den umliegenden Orten Glessen, Brauweiler und Königsdorf aufzutreten. Alle anderen Termine wurden den Aktiven zur Abstimmung vorgelegt. Im Gegenzug stieg allerdings die Anzahl der Ständchen und Karnevalsauftritte und hin und wieder spielt man mittlerweile auch wieder einen Festzug.

Trauriger Höhepunkt der letzten Jahre war sicherlich die Schließung des Clubheims im Jahr 1994. Hierdurch wurde dem Verein die Basis für gesellige und musikalische Unternehmungen genommen.

Zum Proben wechselte der Verein wieder in den Saal der Gaststätte Ruland, aber eine geregelte Ausbildung von Jugendlichen konnte nicht mehr stattfinden. Vereinzelt wurden private Versuche gestartet, die aber mehr oder weniger im Sande verliefen.

Auch die seit Bestehen immer ausverkaufte Clubheim-Sitzung musste eingestellt werden. Im Jahr 1996 wagte sich der Verein zum 20jährigen Jubiläum erstmals in die Mehrzweckhalle.

Diese Sitzung wurde ein großer Erfolg, trotz der Bedenken einiger Akteure im Vorfeld. So ist es natürlich ein Riesenunterschied, ob man auf einer Bühne einigen hundert Zuschauern gegenübersteht oder durch ein kleineres Publikum auch mal hindurch geht und ein Schwätzchen hält. Aber Sitzungspräsident Paul Moritz meisterte diese Aufgabe souverän.

Bei der Hauptversammlung in diesem Jahr gab es wieder einmal einen Wechsel im Vorstand: anstelle des nicht mehr kandidierenden Paul Moritz wurde Michael Engels 2. Vorsitzender.

Die Vereinsfahrt führte Mitte der neunziger Jahre zum „Kummede-Theater“ nach Köln, wo sich die Aktiven nebst Anhang stets köstlich über die aufgeführten kölschen Stücke amüsierten. Anschließend wurde in einer Gaststätte gemütlich weiter gefeiert.

Das Jahr 1997 brachte dann eine Trendwende. Drei aktive Spieler beteiligten sich am Kreisspielleute-Ensemble des Erftkreises, das beim Kreismusikfest in Gymnich ein Konzert aufführte. Neben neuen Musikstücken lernten sie auch andere Übungsformen und Ausbildungsmethoden kennen.

Und das Erlernte konnte auch gleich angewendet werden: Das Tambourcorps wurde vom Dansweiler Kirchenchor zu dessen 30jährigem Bestehen eingeladen, an einem Konzert im Pater Kolbe-Haus teilzunehmen.

Da das aktuelle Repertoire in dieser Zeit mehr in Richtung einstimmiger Marschmusik ausgelegt war, die aber für ein Konzert in einer akustisch hervorragenden Halle weniger geeignet ist, entsann man sich des großen Flötensatzes, den die Spielleute ja mal beherrscht hatten und reaktivierte einige Stücke, die inzwischen in der Versenkung verschwunden waren. Innerhalb weniger Monate wurden “Löffel-Polka“, „Flieger-Marsch“ und „Amboß-Polka“ wieder aufführungsreif einstudiert. Daneben lernten die Aktiven „Schönes Prag“, „Olympiade-Marsch“ und einige andere Stücke ebenfalls mehrstimmig, und so wurde die Aufführung am 9. November zu einem vollen Erfolg. Dieser Weg sollte auch in diesem Jahr fortgesetzt werden.

ab 1998
Unter der Schirmherrschaft von Klaus Lennartz eröffnete ein gut besuchter „Tanz in den Mai“ in der Mehrzweckhalle den Jubiläumsreigen zum 75jährigen Bestehen des Tambourcorps. Der 1. Mai begann nachmittags mit „Spaß und Spiel für Jung und Alt“ und auch die Disco am Abend bot einiges. Das anschließende Wochenende gab dem Verein die Möglichkeit, weitere Programmpunkte anzubieten. Mit einem Seniorennachmittag, einem Gottesdienst, dem großen Zapfenstreich auf dem Lindenplatz, dem sonntäglichen Frühschoppen sowie dem Festzug um 14:00 Uhr war für jeden etwas dabei. Klaus Lennartz und Dieter von Ancken wurden im Rahmen dieser Feierlichkeiten zu Ehrenmitgliedern ernannt.
Zusätzlich zu dem Jubiläum gab es einen wichtigen Wandel. Es kam zur Einfamilienhausbebauung, die das Clubheim ringsum einkesselte. Ein Teil der neuen Bewohner machte zunächst Front gegen den neuen Kindergarten, dann gegen das Tambourcorps. An Ort und Stelle war nun ein Neubau geplant und die Mitglieder fieberten dem Baubeginn entgegen. Auch die schwierige Finanzierung war gesichert und das Baumaterial wurde schon beschafft. Doch die Stadtverwaltung machte eine Auflage nach der anderen, so dass der Umbau bis auf weiteres verschoben werden musste.

Im Sommer 2000 wurde ein Kinder- und Jugendtag veranstaltet. Zu diesem Anlass wurde die Vochemsgasse ab der Helenenstraße komplett gesperrt. Auch das Spielmobil „Kunterbunt“ des Deutschen Roten Kreuz war vor Ort und bot ein umfangreiches Angebot an tollen Spielmöglichkeiten. Ein halbes Jahr später fand unter der federführenden Initiative von Claudia Esser der erste Kinderkarneval an Weiberfastnacht im Clubheim statt. Dieser fand so großen Anklang, dass 2002 die Veranstaltung auch für die Erwachsenen geöffnet und ein Riesenerfolg wurde.

ab 2003
Durch den Austritt von 10 Personen aus dem aktiven Kreis des Corps war dieser nicht mehr in der Lage, Honorare einzuspielen. Doch zum 80jährigen Bestehen im April wurde ein Freundschaftstreffen mit einigen befreundeten Musikvereinen veranstaltet und der musikalische Aufwind war wieder zu spüren. Vier neue Spielleute und der neugewonnene musikalische Ausbilder Peter Wolff brachten das so ersehnte Hochgefühl zurück. Das musikalische Repertoire wurde in dem darauffolgenden Jahr mit einigen B-Stücken erweitert und das Corps mit neuen Quer- und Klappenflöten sowie Konzerttrommeln ausgestattet.
30 Jahre Clubheim, das musste gefeiert werden. Im Juni 2005 kamen bei Bildpräsentationen, Kaffee und Kuchen so manche alten Erinnerungen wieder zu Tage. Durch die Neuwahlen im Juni 2006 war an der Spitze des Vereins ein Wechsel vonstattengegangen: Josef Bendheuer dankte nach langjähriger erfolgreicher Vereinsarbeit als 1. Vorsitzender ab und übergab die Leitung an Michael Engels.

Ab August konnten erste Erfolge in der musikalischen Früherziehung vermeldet werden. Durch den offenen Ganztagsunterricht der Dansweiler Grundschule konnte unter der Leitung von Claudia Esser eine Blockflöten-AG mit 20 Kindern gegründet werden. Die Vereinsfahrt führte in die Jugendherberge Radevormwald ins Bergische Land. Am 4. November 2007 musste eine Außerordentliche Mitgliederversammlung darüber entscheiden, ob der Vorstand den geplanten Umbau durch finanzielle Aufnahme von Krediten durchführen lassen könnte. Nach der Zustimmung wurde klar, dass der Bauantrag und der Erbbaurechtsvertrag angegangen werden konnten. Auch musikalisch ging es weiter aufwärts. Schützenfeste, Mai- und Martinszüge sowie Karnevalszüge wurden endlich wieder stärker besucht. Eine Spendenaktion für krebskranke Kinder war unter der musikalischen Mitwirkung des Vereins ein weiterer Höhepunkt im Jahr 2007.

ab 2008
Im Februar erhielt der Verein die Baugenehmigung für die Errichtung des Clubheims. Auch die Planungen zum 85jährigen Vereinsjubiläum waren in vollem Gange. Die Jubelfeiern begannen mit der Ausrichtung des „Tanz in den Mai“. Am darauffolgenden Tag, bei der Maibaumaufstellung der Dansweiler Ortsgemeinschaft, betreute der Verein die Grill- und Getränkestände und richtete eine Cafeteria aus. Unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters Dr. Karl August Morisse begrüßte der Verein zum anschließenden Freundschaftstreffen 10 befreundete Musikvereine. Doch die Euphorie war getrübt. Denn leider klagten bereits Anfang April die Anwohner des Clubheims vor dem Verwaltungsgericht Köln, für die Rücknahme der Baugenehmigung gegen die Stadt Pulheim. Dieser Rechtsstreit zog sich über Jahre hin. Im Rahmen einer Berichterstattung aus Brauweiler konnte sich das Tambourcorps Ende Mai bei einem Auftritt beim Kölner Lokalfernsehsender center.tv vorstellen.

Anfang 2009 wurde die Standarte zur Restauration ins Fahnen- und Uniformhaus Rütten nach Dormagen gebracht, da man ihr das Alter mittlerweile deutlich ansah. Im Juni fuhr das aktive Corps unter der musikalischen Leitung von Peter Wolf für ein Probenwochenende nach Jünkerath. Außerdem nahm die Jugend nach einer sehr langen Zeit wieder an einem Wettstreit teil. Im September belegten sie in der Klasse „Spiel in kleinen Gruppen“ mit ihrem Vortrag den zweiten Platz. Auch der Betrieb des Clubheims zeichnete sich, trotz der Unstimmigkeiten mit der Nachbarschaft, durch gut besuchte Veranstaltungen aus. Um die regelmäßig stattfindenden Clubabende noch interessanter zu gestalten, wurden zwei Themenabende, ein italienischer Abend und ein Spareribs-Essen, veranstaltet.

2010 standen Neuwahlen an. Bei der Jahreshauptversammlung wurde Maria Müller zur 2. Vorsitzenden gewählt. 1. Vorsitzender Michael Engels, Schriftführerin Claudia Esser und Schatzmeister Hans-Dieter Müller wurden in ihren Ämtern als Geschäftsführender Vorstand bestätigt. Bei tropischen Temperaturen wurde ein weiterer bunter Themenabend veranstaltet. Unter dem Motto „Beachparty“ wurden Cocktails serviert. Da im darauffolgenden Jahr wieder ein Vereinsausflug anstand, wurde eine Kajak-Tour auf der Erft veranstaltet. Nicht alle kamen dabei trocken am Ziel in Grevenbroich an. Auch um die Instrumente wurde sich in diesem Jahr wieder gekümmert; die großen Konzerttrommeln bekamen bei „Sonor“ eine Generalüberholung. Dies wurde durch einen Besuch auf einer Musikmesse in Frankfurt ermöglicht, bei der man sich auch über eine neue Große Trommel informierte, die im Sommer angeschafft wurde. Um endlich mit dem Umbau des Clubheims beginnen zu können, strebte der Vorstand, mit der Unterstützung des Anwalts Christoph Schepers, einen Vergleich mit den Anwohnern, die gegen die Baugenehmigung geklagt hatten, an.

Dieser wurde im Januar 2012 dann auch endlich vom 1. Vorsitzenden Michael Engels unterschrieben. Ab diesem Moment stand dem Umbau nichts mehr im Wege. Bei der Jahreshauptversammlung wurde eine überarbeitete Satzung verabschiedet. Anschließend standen wieder Neuwahlen an, bei denen sich Claudia Esser und Walter Lugt nicht mehr zur Wahl stellten. Die Aufgaben des neugewählten Schriftführers übernahm Klaus Schäfer. Mit Jennifer Lemke als Jugendleiterin und Thomas Müller, der für die Presse- & Öffentlichkeitsarbeit gewählt wurde, übernahmen zwei junge Leute aus den eigenen Reihen erstmals wieder Vorstandsaufgaben. Im Herbst begannen die Abrissarbeiten des Clubheims. Das Proben war dort nun nicht mehr möglich, doch Bodo Bressin von Ruland’s Zehnthof ermöglichte dem Corps, nicht nur für die Gesamtprobe die Nutzung seines Saals, auch die Veranstaltungen des Tambourcorps finden dort eine gute Alternative.

ab 2013
folgt…
ab 2018
folgt…
Die Vorsitzenden des Tambourcorps Edelweiss Dansweiler:
von 1923 bis 1939 Theo Moritz
von 1949 bis 1955
von 1955 bis 1957 Christoph Meyer
von 1957 bis 1989 Hans Zilles
von 1989 bis 2006 Josef Bendheuer
von 2006 bis 2018 Michael Engels
von 2018   Thomas Müller

 

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